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Gesamtprogramm 2016 (bitte klicken), aktuelle Veranstaltungen in Bad Nenndorf (nähere Infos unter T. 05723-917317):
Sonnabend, 29. Oktober 2016: Gedenken zum 52. Todestag - Gedenken an Agnes Miegels Grab, Lesestunde
Mittwoch, 23. November 2016: “Winterfreuden”
Dezember 2016: Agnes Miegel zu Weihnachten in England



Aktuelles über die Dichterin Agnes Miegel (1879-1964) von Detlef Suhr, Pressesprecher der Agnes-Miegel-Gesellschaft e. V.
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Wikipedia-Unsinn über Dichterin Agnes Miegel

Wie ein Internet-Laienlexikon und linksextreme Gruppen mit Unwahrheiten das Ansehen bedeutender Persönlichkeiten beschädigen

Willy Brandt besuchte Agnes Miegel 1961 an ihrem Alterswohnsitz in Bad Nenndorf und gehörte damit zu den zahlreichen Prominenten, welche der bedeutendsten ostpreußischen Dichterin damals ihre Aufwartung machten. Ihn verband mit Agnes Miegel der Geist der Versöhnung, die Aussöhnung mit den früheren Gegnern und neuen Nachbarn im Osten. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier. Hören Sie dazu auch die aktuelle Agnes Miegel-Biographie des "WDR-Zeitzeichen" vom 26.10.2014. Die Autoren sprechen sich - wie viele Literaturwissenschaftler und Historiker - gegen eine Herabwürdigung der Dichterin aus und stellen den künstlerischen Rang ihres Werkes heraus (bitte anklicken). Jetzt für Lehrkräfte auch als WDR Wissen-Schulmitschnitt erhältlich.

"Wikipedia" verschweigt, dass seit Februar 2011 fast alle Straßenumbenennungen von den Städten und Gemeinden abgelehnt worden sind und das Agnes-Miegel-Denkmal in Bad Nenndorf erhalten bleibt.

Das Werk und die Korrespondenz der Dichterin Agnes Miegel sind frei von Rassismus und Antisemitismus - jene Elemente, ohne die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und Holocaust nicht denkbar sind. Auch die Herabsetzung politisch Andersdenkender findet sich nirgends. Trotzdem betreiben linke und linksextreme Gruppen sowie das sich auf zweifelhafte linke und linksradikale Quellen stützende Internet-Laienlexikon "Wikipedia" ihre Demontage und die Umbenennung von Agnes-Miegel-Straßen. Als Grund wird ein angeblich schuldhaftes Verhalten der Dichterin während der Zeit des Nationalsozialismus genannt. Solche Umbenennungen sind jedoch nach den neuesten Forschungsergebnissen der wichtigsten Experten für Leben und Werk der Dichterin sachlich in keiner Weise gerechtfertigt. Seit Februar 2011 sind daher fast alle Umbenennungsversuche in den Städten und Gemeinden gescheitert - so u. a. in Münster, Delmenhorst, Stuhr-Brinkum, Ganderkesee, Wuppertal-Oberbarmen, Bottrop, Velbert, Mainz-Finthen, Sankt Augustin, Bergkamen-Oberaden, Gronau, Goslar-Hahndorf, Bergisch Gladbach-Refrath, Hildesheim-Ochtersum, Bohmte, Söhlde, Herzberg, Bad Essen, Ostercappeln oder Nienburg, wo sich die Stadt- und Gemeinderäte gegen die Umbenennung entschieden haben. Das Internet-Laienlexikon "Wikipedia" verschweigt all diese abgelehnten Umbenennungen der letzten zwei Jahre - ein unglaublicher Skandal! Teilweise wird auch behauptet, es seien Umbenennungen erfolgt - obwohl diese von den Kommunen abgeschmettert worden sind (z. B. Ganderkesee-Elmeloh oder Velbert).  Auch die Agnes-Miegel-Straßen und -Plätze in Hannover, Sarstedt, Erlangen oder Bad Nenndorf blieben - anders als "Wikipedia" suggeriert - selbstverständlich erhalten.
Eine schlichte Erfindung ist auch die Behauptung in "Wikipedia", das Agnes-Miegel-Denkmal in Bad Nenndorf sei entfernt worden. Es wurde im Oktober 2015 im Garten des Agnes-Miegel-Hauses aufgestellt und wieder eingeweiht. In einem Bürgerentscheid hatten sich zuvor 77 % der Wähler für die Erhaltung des Denkmals ausgesprochen.



Der SPD-Kanzlerkandidat und spätere Friedensnobelpreisträger Willy Brandt zu Besuch bei Agnes Miegel in Bad Nenndorf im Juni 1961 

Internetseite "Stadt Münster: Straßennamen - Agnes-Miegel-Straße": Linksradikale Texte als Quellen, völlig einseitige Darstellung.

Auch die Internetseite "Stadt Münster: Straßennamen - Agnes-Miegel-Straße" ist gekennzeichnet durch eine völlig einseitige, verunglimpfende Darstellung der Dichterin mit gänzlich aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten. Zudem werden unseriöse Quellen angegeben, z. B. Texte linksradikaler Organisationen - wie "Gruppe Conflict" oder "Antifa Erftstadt". Auch in Münster wurde die dortige Agnes-Miegel-Straße selbstverständlich nicht umbenannt.


Bedeutendstes Agnes-Miegel-Buch wieder erhältlich

Im Jahre 2011 verweigerte der Ardey-Verlag aus Münster die weitere Verbreitung des Buches "Agnes Miegel. Ihr Leben, Denken und Dichten von der Kaiserzeit bis zur NS-Zeit", die bisher wohl beste Darstellung dieses Themas. Die bedeutendsten Miegel-Kenner weisen hier wissenschaftlich fundiert nach, daß man nicht von einer "NS-Dichterin Agnes Miegel" sprechen kann. Die Verweigerung, das Buch weiter zu verbreiten (nachdem bereits Hunderte von Exemplaren ausgeliefert worden waren) hing wohl mit der Umbenennungskampagne in Münster zusammen. Herausgeberin und Literaturwissenschaftlerin Dr. Marianne Kopp verklagte daraufhin den Verlag wegen Vertragsbruches. Inzwischen wurde in einem Vergleich vor dem Landgericht Münster festgelegt, daß der Verlag die zurückgehaltene Restauflage unverzüglich freigeben und alle Rechte an der Vermarktung des Buches an die Herausgeberin zurückgeben muß. Der Verlag hat zudem den Großteil der Kosten der Rechtsauseinandersetzung zu tragen. Jetzt ist das Buch wieder erhältlich - und zwar direkt über die literarische Agnes-Miegel-Gesellschaft, Agnes-Miegel-Platz 3, 31542 Bad Nenndorf, T.: 05723-917317. 

Einen hochkarätigen, umfangreichen Radiobeitrag, der sich ebenfalls ganz klar gegen die Umbenennung von Agnes-Miegel-Straßen wendet, präsentierte am 4.12.2011 der Sender "Antenne Münster". Hier als PDF-Dokument Flugblatt und Einleitungstext zur Sendung. 
 

Biographische Informationen zu Agnes Miegel hat die Landsmannschaft Ostpreußen, Abteilung Kultur, herausgegeben - hier als PDF-Datei.

Eine Einführung in die Lyrik der ostpreußischen Dichterin, erstellt von der Literaturwissenschaftlerin Dr. Bärbel Beutner, finden Sie hier als PDF-Datei.


Dr. Bärbel Beutner hat ebenfalls eine sehr gute Einführung in das Prosawerk Agnes Miegels vorgelegt - hier als PDF-Datei.

Zahlreiche Straßen in deutschen Städten und Gemeinden wurden in den vergangenen Jahrzehnten nach der bedeutenden ostpreußischen Dichterin Agnes Miegel benannt. Seit einiger Zeit aber gibt es mancherorts Bestrebungen, diese Straßen umzubenennen. Wie ist das zu erklären? Als Grund wird zumeist ein "umstrittenes Verhältnis der Dichterin zum Nationalsozialismus" genannt. Wer im Internet über Agnes Miegel und die NS-Diktatur recherchiert, der stößt - neben der sehr ausgewogenen und wissenschaftlich fundierten Darstellung auf den Seiten der Agnes-Miegel-Gesellschaft in Bad Nenndorf (www.agnes-miegel-gesellschaft.de) - immer sogleich auf den Eintrag in dem Mitmach-Lexikon "Wikipedia". Daneben gibt es andere Internet-Seiten, welche entweder die Aussagen in Wikipedia weitgehend kopieren und/oder ihre Herkunft vom linken Rand des Meinungsspektrums nicht verleugnen (Antifa-Gruppen, Gruppierungen, die der SED- und PDS-Nachfolgepartei "Die Linke" nahestehen). Die Motivation dieser Gruppen ist klar: Agnes Miegel, von ihren Landsleuten liebevoll "Mutter Ostpreußen" genannt, gilt als wichtige literarische Repräsentantin der ehemaligen deutschen Ostgebiete - noch dazu von eher konservativer politischer Couleur. Eine solche Persönlichkeit möchten sie natürlich gerne aus dem Gedächtnis der deutschen Bevölkerung streichen. Deshalb wird Agnes Miegel von diesen Gruppen - entgegen der Faktenlage - als "NS-Dichterin" abgestempelt.
 


    
Die junge Agnes Miegel um 1900

Wikipedia aber wird ernst genommen, ist für viele zum alltäglichen Mittel der Informationsbeschaffung geworden. Dabei muß sich jeder vergegenwärtigen, daß an dem Lexikon Wikipedia jeder Laie mitwirken kann. Eine Kontrolle dieser Beiträge in Gestalt einer qualifizierten Fachredaktion gibt es nicht. Stattdessen gilt das Prinzip: Die Schreiber kontrollieren sich gegenseitig. Daß dieses oft nur unzureichend funktioniert, erklärt die sehr unterschiedliche Qualität der Beiträge in diesem Lexikon. Im Oktober 2010 war kurzzeitig eine inhaltlich korrekte Darstellung bei "Wikipedia" zu finden. Siehe: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Agnes_Miegel&diff=80432179&oldid=80430622. Diese wurde jedoch bezeichnenderweise von anderen "Autoren" gleich wieder gelöscht.

Der heutige Wikipedia-Artikel über Agnes Miegel - und hier besonders der Abschnitt "Verhältnis zum Nationalsozialismus" - gilt als besonders einseitig, auch was die Quellenauswahl anbelangt. So werden ungeprüft umfangreiche Ausschnitte des Skandal-Buches Kulturlexikon zum Dritten Reich des Journalisten Ernst Klee (veröffentlicht 2007) verwendet, "dieses Machwerk .... ein geistiges Armutszeugnis, ein Skandal und eine Schande" - wie es die Welt in ihrer Kritik formulierte (siehe auch "Stellungnahmen Pro und Kontra") . 
In dieser Ausarbeitung hingegen werden die neuesten Forschungsergebnisse den Behauptungen in Wikipedia gegenübergestellt. 

Agnes Miegel in der NS-Zeit: Sie veröffentlicht mutig ihre Vorahnungen von Weltenbrand und Verlust ihrer Heimat Ostpreußen
 
Im Abschnitt Nationalsozialismus des Internet-Laienlexikons "Wikipedia" wird der Dichterin Agnes Miegel eine "unkritische und befürwortende Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus" vorgeworfen. Dieser Vorwurf ist nachweislich falsch. Man beruft sich bei den Vorwürfen gegen die Dichterin auf zwei lange bekannte Gedichte von Agnes Miegel. Es handelt sich dabei jedoch um Auftragswerke für das NS-Regime mit vorausgesetzten Lobsprüchen auf Hitler. In seinem Artikel Hymnen auf Adolf Hitler (2009) auf der Internet-Plattform "Spiegel-online" erklärt der Autor Dr. Hans Prescher die Entstehung solcher Auftragsgedichte wie folgt: Natürlich haben der Minister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, und seine Mitarbeiter die Fäden im Hintergrund gezogen, sie haben Grundzüge und Komponenten bestimmt, wie Hitler gehuldigt werden sollte. So ist bei der Lektüre dieser Gedichte stets zu bedenken, dass Goebbels jedem der Autoren gewissermaßen beim Schreiben über die Schulter geschaut hat. Welche Konsequenzen die Verweigerung solcher Aufträge in der NS-Diktatur haben konnte, braucht hier wohl nicht näher erläutert zu werden. Trotzdem gelingt es Agnes Miegel, sich Freiräume zu verschaffen. So sagt sie in dem Gedicht Dem Schirmer des Volkes aus dem Jahre 1939, das natürlich auch die von Goebbels erwarteten Elogen an Hitler enthält, nichts weniger als den nahenden Weltenbrand und Untergang voraus:

....
Wenn aus deinem First die Flammen steigen
wird des weißen Mannes Welt entbrennen
wenn sich deine Sonnenfahnen neigen
sinkt die Nacht über das Abendland!
....
Ein Jahr später, also noch vor dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion, prophezeit Agnes Miegel in einem Sammelband des Diederichs-Verlages auch den bevorstehenden Verlust ihrer Heimat Ostpreußen: 
Und so sage ich jetzt, wo der Abschied näher kommt zu dem Land zwischen Weichsel und Memel, wie der Samurai zu der edlen Braut, der er sich vor dem Schrein seiner Ahnen verlobt: ich vermähle mich dir für die nächsten vier Inkarnationen. (1)

Eine Vorahnung
der Flüchtlingsströme aus dem "Ostland" findet sich in der Ballade Nachtgespräch (An Heinrich den Löwen), ebenfalls aus dem Jahre 1940: 
.....
Ich höre es fern, ich höre es bang,
wandernder Füße rastlosen Gang.
Hör Hufe klopfen und Räder knarren,
hör wieder Wagen an Wagen fahren -
durch der blassen Schneenacht Dämmerung
klingt wieder der Ruf der Wanderung! -
Ostwind trägt mir ihr Rufen zu,
Ostwind weckt mich aus steinerner Ruh --
O großes Herz, das gelassen trug,
was Leid und Neid ihm an Wunden schlug , -
vernimm deines Ostlands versinkenden Ruf,
du, der es erschuf!
.....
Weltenbrand, Verlust der Heimat, deutsche Flüchtlingsströme - sieht so Propaganda für den "Größten Feldherrn aller Zeiten" aus?


Zahlreiche Ehrungen für die Dichterin auch während des Kaiserreiches, der Weimarer Republik und in der Bundesrepublik Deutschland
 
Daneben verwechselt Wikipedia fast durchgängig das aktive Verhalten Agnes Miegels in der NS-Zeit mit dem Verhalten der NS-Führung Agnes Miegel gegenüber. So heißt es bei Wikipedia, Agnes Miegel sei 1933 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste geworden und habe dann das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler unterzeichnet.
Richtig ist stattdessen, daß die bedeutendste deutsche Balladendichterin des Kaiserreiches und der Weimarer Republik 1933 in die gleichgeschaltete Sektion der Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste berufen wurde. Damit war zwangsläufig auch ein Treueid auf Hitler verbunden. (2)

Vorgeworfen wird Agnes Miegel auch im weiteren Verlauf des Textes das Verhalten anderer. So habe sie 1940 den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt erhalten und sei 1944 in die "Gottbegnadetenliste" der sechs wichtigsten deutschen Schriftsteller aufgenommen worden - übrigens zusammen mit Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Offensichtlich soll sich hier der Künstler dafür rechtfertigen, daß er von Institutionen einen Preis verliehen bekommt. Das ist genau so verrückt, als würde man den Komponisten Richard Wagner posthum dafür tadeln, daß Hitler und die Nazi-Führungsriege seine Werke über alles liebten. 


Als um 1900 in Berlin Börries von Münchhausen ihre handschriftlichen Gedichte und Balladen liest, erkennt er sogleich: Dies ist eine der ganz großen Dichterinnen unseres Volkes. Agnes Miegel ist der größte lebende Balladendichter unseres Volkes. So erscheint durch Münchhausens Vermittlung 1901 ihr erstes eigenes Buch - ein Band mit Gedichten und Balladen - bei dem ehrwürdigen Klassiker-Verlag Cotta. Es ist also nicht mehr als ein albernes Wikipedia-Märchen, daß Agnes Miegel erst in der Zeit des Nationalsozialismus "groß herausgekommen" sei.



 
Agnes Miegel im Jahre 1901: "Der größte lebende Balladendichter unseres Volkes"

Agnes Miegel wurde im Kaiserreich (1916: Kleist-Preis), während der Weimarer Republik (1924: Ehrendoktorwürde der Universität Königsberg), in der NS-Zeit und in der Bundesrepublik (1959: Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste) gleichermaßen hoch geschätzt. (3) An ihrem Alterswohnsitz in Bad Nenndorf bei Hannover empfing sie viele prominente Besucher und Verehrer aus Literatur und Politik, darunter im Juni 1961 Willy Brandt, damals Kanzlerkandidat der SPD und Regierender Bürgermeister von Berlin. Mehr zum Besuch Willy Brandts bei Agnes Miegel finden Sie hier:



Agnes Miegel im Jahre 1902

Rassismus, Antisemitismus und die Herabsetzung politisch Andersdenkender kommen im Werk Agnes Miegels nicht vor

Eine "Hinwendung zu Blut-und-Boden-Themen", wie von Wikipedia behauptet, gibt es bei Agnes Miegel nicht. Sie ist ein bloßes Klischee. (4) Agnes Miegel hatte ihren Stil, der stets geprägt war durch die Liebe zu ihrer Heimat Ostpreußen, schon lange vor der Machtergreifung der Nazis entwickelt.

Rassismus, Antisemitismus oder die Herabsetzung politisch Andersdenkender finden sich an keiner Stelle ihres umfangreichen Werkes. (5) Sie hatte einen jüdischen Freundeskreis.


Ihre politische Toleranz kommt anschaulich in einem Brief an Lulu von Strauß und Torney aus dem Jahr 1923 zum Ausdruck. Sie empfindet negativ die immer krasser deutschnationale Haltung der Zeitung, für die sie arbeitet, und wenn auch viele der Menschen, die sie am höchsten achte rechts stehen würden, so muß sie doch bekennen: ...ich stehe innerlich nicht zu ihrer Sache, wie sie sich auswuchs. Und sie bemerkt: Links steht neben vielem, was mir fremd ist, doch das, dem die Zukunft gehört. (6)

Auch Miegels Erklärung in ihrem Brief an Hans Friedrich Blunck aus dem Jahre 1934 wird bei Wikipedia völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Sie ist keine Erklärung für den NS-Staat, sondern eine zweckbestimmte Positionierung, um dem neuen Hitlerstaat eine Unterstützung der deutschen Schriftstelller in der Freien Reichsstadt Danzig nahe zu legen.

Agnes Miegel wurde übrigens erst 1940 - wie weit unter politischem Druck? - Mitglied der NSDAP. In jedem Falle spricht dieses sehr späte Eintrittsdatum für eine lange und deutliche Distanzhaltung der Dichterin zum Nationalsozialismus. (7) 


Innerhalb ihrer freundschaftlichen Verbindungen verwendete Agnes Miegel nie den "Deutschen Gruß". Wenn sie mit "Offiziellen" ein wenig bekannter war, bestellte sie herzliche Grüße oder Gott ergebenen Gruß - obwohl der "Hitlergruß" die für alle verpflichtende Grußform in der Zeit der NS-Diktatur war. Es steht fest, daß Agnes Miegel zeitlebens eine gläubige Christin war und auch in den Jahren 1933-45 nie von der Kirche und ihrem Glauben abrückte oder gar Zugeständnisse machte. (8) Auch diese Tatsachen unterschlägt Wikipedia.
 

Entnazifizierungs-Urteil für Agnes Miegel: Unbelastet. Sowohl Motive wie Handlungen haben niemals NS-Geist verraten.

Nach 1945 schlug die Stunde der "Wendehälse", die im Rahmen ihrer Entnazifizierungsverfahren behaupteten, eigentlich immer schon gegen den Nationalsozialismus gewesen zu sein. Agnes Miegel verweigerte sich einer solch verlogenen "Instant-Entnazifizierung". (9) Als tief religiöser Mensch sagte sie über ihr Wirken in der NS-Zeit: „Dies habe ich mit meinem Gott alleine abzumachen und mit niemand sonst.“ Aus diesem Hinweis auf ihr durch den Glauben bestimmtes Verhalten konstruiert Wikipedia nun (nach der Änderung des Artikels vom 11.11.2010) dreist ein Eingeständnis "ihrer Verstrickung in den Nationalsozialismus".

Die schließlich 1949 erfolgte Entnazifizierung Agnes Miegels brachte jedoch ein eindeutiges Urteil: Unbelastet. Wörtlich heißt es: Sowohl Motive wie Handlungen haben niemals NS-Geist verraten. (10) Wikipedia hält dieses nicht für mitteilenswert.

Keine Erwähnung findet auch die Tatsache, daß Agnes Miegel während des "Dritten Reiches" und in der Nachkriegszeit eine freundschaftliche Beziehung zu Anneliese Goerdeler pflegte. Sie war die Ehefrau von Carl Friedrich Goerdeler, eine der zentralen Gestalten des Widerstandes gegen Hitler. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er verhaftet und von den Nazis hingerichtet. (11)
 
Agnes Miegel 1946: klare Distanzierung vom Nationalsozialismus, Hoffnung auf ein "neues besseres Deutschland"
 

Die Behauptung in Wikipedia, die Dichterin habe sich nach 1945 nicht vom Nationalsozialismus distanziert, ist falsch. Nach dem Ende des NS-Regimes äußerte Agnes Miegel in einem Brief an ihre spätere Biographin Anni Piorreck vom 31.8.1946 aus dem dänischen Flüchlingslager Oksböl all ihre Hoffnung auf ein gewandeltes, moralisch handelndes und bescheidenes neues Deutschland: ... zum ersten Mal auch faßte ich neuen Lebensmut durch die Gewißheit, daß da für Euch Jüngere und Eure Kinder aus aller Unrast und aller Not dieser Zeit ein neues besseres Deutschland aufwächst, ein kleines armes, aber nicht verarmtes Deutschland, wo jeder Willige seine Arbeit und sein Brot finden wird .... Ach möchte sich für alle ein Weg finden, an dem Aufbau dieses bescheiden gewordenen Deutschlands mitzuarbeiten. (12) Damit hatte sich Agnes Miegel ganz eindeutig von den Verhältnissen des NS-Staates distanziert.

Kein Revanchismus und Revisionismus: Agnes Miegel akzeptiert nach dem 2. Weltkrieg die neuen politischen Verhältnisse in Ostpreußen

Revanchistische und revisionistische Gedanken lagen Agnes Miegel fern. In einem Brief an die Schriftstellerin Ina Seidel aus dem Flüchtlingslager Oksböll vom 8. 8.1946 schreibt sie: Ein Teil meines Herzens starb, als ich von Ostpreußen ging. Nur manchmal erwacht etwas. Und als ich neulich hörte (ach, vielleicht wars auch bloß ein Gerücht), daß viele hundert russische Jungbauern hin sollen, habe ich zum erstenmal vor Freude geweint - dann geht doch wieder ein Pflug über die wüsten Felder, in den leeren Dörfern werden Menschen wohnen, Kinder geboren werden, zwischen den Wiesen und Äckern spielen, Vieh wird brüllen, Hähne werden krähn - und die Erde wird leben. (13)

"Exklusivbeiträge" Agnes Miegels in der Zeitschrift Nation Europa existieren nicht

In verschiedenen Veröffentlichungen ist nachzulesen, Agnes Miegel habe noch nach 1945 "Exklusivbeiträge" für die stark rechtslastige Zeitschrift Nation Europa verfasst. Eine Forschungsarbeit aus dem Jahre 2010 widerlegt diese Aussagen vollständig: In den Ausgaben der Zeitschrift finden sich lediglich wenige Nachdrucke von Agnes Miegel-Gedichten aus damals schon längst publizierten Gedichtbänden. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Agnes Miegel selbst Kontakt mit der Zeitschriften-Redaktion hatte. (14)

Agnes Miegel: Bedeutendste Dichterin Ostpreußens, wichtigste Balladendichterin ihrer Zeit

Bis vor kurzem enthielt der Wikipedia-Artikel zu Agnes Miegel keinerlei Hinweis auf die Einschätzung ihrer Werke durch den wohl wichtigsten deutschen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Für ihn gehören mehrere Balladen Agnes Miegels zum Kanon lesenswerter deutschsprachiger Werke - also zu den herausragenden Werken deutscher Literatur. (15) 

Agnes Miegel gilt als die größte Dichterin Ostpreußens im 20. Jahrhundert und als die wichtigste deutsche Balladendichterin ihrer Zeit (16) - die Wikipedia hält dieses nicht für mitteilenswert.


In den Balladen ("Die schöne Agnete", "Die Mär vom Ritter Manuel", "Die Nibelungen") vermochte sie hinter den heroischen, ideellen oder schicksalhaften Typus zurückzugehen, von der Kunstdichtung her wieder die Bereiche der Naturdichtung zu gewinnen und in Bild und Klang, im Wort und noch stärker im Wortlosen, Ungesagten die magischen und mythischen Gewalten zu beschwören, die seit Goethe und Mörike kaum mehr begegnet sind
 (Fricke/Schreiber: Geschichte der deutschen Literatur, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, 1974). 

Auch im heute russischen Kaliningrad (Königsberg) erinnert man selbstverständlich an die deutsche Geschichte der Stadt und ihre bedeutendsten Köpfe - darunter Agnes Miegel: ".... an Reminiszenzen an die deutsche Historie Königsbergs mangelt es nicht: Die neuen Glasfenster des wiederaufgebauten Doms sind wieder vom preußischen und vom brandenburgischen Adler geziert, und "Marggraff Albrecht von Brandenburg" (so das Schriftband in deutscher Fraktur) blickt aus dem Spitzbogenfenster mit gerecktem Schwert grimmig ins Kirchenschiff hinab. In der Seitenkapelle prangt hinter dem Altarkreuz das Porträtfoto der Königsberger Dichterin Agnes Miegel, ihr Wohnhaus schmückt eine Gedenktafel. Und erst vor zwei Jahren wurde die Universität auf den Namen Kants getauft, vom Denkmalsockel im Park grüßt sein nachgeschaffenes Standbild mit dem Hut in der Hand" ( aus Dankwart Guratzsch: Kaliningrad will jetzt mehr Königsberg sein in Die Welt vom 24.9.2008).


Stellungnahmen Pro und Kontra


Die Lebensmaxime Agnes Miegels manifestiert sich quasi in ihrer Inschrift für den Ostdeutschland-Gedenkturm in Schloß Burg an der Wupper (ca. 1952), die nämlich in dem Bekenntnis und Aufruf mündet, nichts als den Haß zu hassen! 

Ein schöneres Plädoyer für Menschlichkeit und Verständigung jenseits von Parteipolitik und Zeitgeist läßt sich wohl kaum denken! 

Der Wikipedia-Artikel über Agnes Miegel ist also wertlos*. Dieses wäre für sich genommen nicht weiter schlimm, jedoch lassen sich Millionen Internetnutzer von solchen "Informationen" leiten. Auch das Bestreben, Straßen die den Namen der Dichterin tragen umzubenennen, ist wohl maßgeblich auf die Medienmacht der Wikipedia zurückzuführen. Der Abschnitt "Verhältnis zum Nationalsozialismus" ist derartig einseitig und irreführend, daß er komplett neu geschrieben werden müßte. Eingebrachte Texte mit einer objektiven und qualitätvollen Darstellung werden von Wikipedia-Schreibern jedoch umgehend wieder gelöscht, die Autoren des "Vandalismus" bezichtigt und von einer weiteren Mitarbeit ausgeschlossen. 


Selbst die "Stellungnahme zu Agnes Miegel" (2010) des Historikers Prof. Dr. Horst Matzerath aus Erftstadt ähnelt in weiten Teilen auffällig den die Dichterin ausschließlich belastenden Angaben in Wikipedia. Die zahlreichen Agnes Miegel entlastenden Fakten, welche bei einem weitergehenden Quellenstudium problemlos zu finden sind (und auch hier dargelegt wurden), erwähnt Matzerath nicht. So entsteht bei ihm ein völlig einseitiges Bild der Dichterin, das mit der Realität wenig zu tun hat.


"Es ist nicht ganz einerlei, wie die Straße heißt, in der man wohnt" nennt der Historiker Dr. Bernhard Strebel (Hannover) sein Gutachten mit dem Untertitel "Straßennamen in Celle und personelle Verbindungen mit dem Nationalsozialismus" (30.11.2010), erstellt für die dortige Stadtverwaltung. 

In der Stellungnahme von Dr. Bernhard Strebel finden sich mehrere Passagen, die starke Ähnlichkeit mit dem völlig einseitigen Artikel über Agnes Miegel in dem Internet-Mitmach-Lexikon "Wikipedia" aufweisen. Ein Satz ist sogar praktisch identisch. So heißt es bei Wikipedia schon seit Jahren unverändert: Als bekannte ostpreußische Heimatdichterin wurde sie zu einem "literarischen Aushängeschild" des NS-Regimes. Bei Strebel finden wir folgenden Satz: Als bekannte ostpreußische Heimatdichterin (genannt "Mutter Ostpreußens") wurde sie zu einem literarischen Aushängeschild des NS-Regimes. Können diese identischen Sätze bloßer Zufall sein? 
Übrigens werden Studenten, die für ihre Ausarbeitungen "Informationen" aus Wikipedia verwenden, an jeder Universität streng gerügt. Das Lexikon gilt in jeder Hinsicht als unwissenschaftlich.      
Bei einer Befragung der Straßennamen-Kommission Anfang Dezember 2010 mußte Strebel einräumen, die wichtigste Informationsquelle für alle Recherchen zu Agnes Miegel, die Agnes-Miegel-Gesellschaft in Bad Nenndorf, gar nicht berücksichtigt zu haben. Auf die Frage von Dr. Michael Bischoff, CDU: „Hatten Sie Gelegenheit, die Unterlagen der Agnes-Miegel-Gesellschaft zu lesen und zu bewerten?" antwortete Strebel: "Ich war nicht in der Lage, mir die neuen Unterlagen anzuschauen." 

Dr. Thomas Scharf-Wrede vom Bistumsarchiv Hildesheim, ebenfalls in das Celler Straßennamen-Gutachten involviert, kritisiert in seiner Stellungnahme das  angeblich "lebenslange Ausbleiben einer Distanzierung Agnes Miegels vom Nationalsozialismus" und nennt dieses als Grund für die Befürwortung einer Straßenumbenennung. Agnes Miegel hatte sich - wie wir gesehen haben - nach dem 2. Weltkrieg aber sehr wohl vom Nationalsozialismus distanziert.   


Die jetzt auch im Internet veröffentlichten "Stammblätter zu Straßennamen" (2010), welche als Grundlage für die Statements der Münsteraner Historiker Prof. Hans-Ulrich Thamer und Prof. Alfons Kenkmann zu Agnes Miegel dienten, greifen bei ihrer "Historischen Einschätzung" vor allem auf das Kulturlexikon zum Dritten Reich des Journalisten Ernst Klee (veröffentlicht 2007) zurück. Sein Buch wurde von der Kritik als "geistiges Armutszeugnis" verrissen. Die Welt schreibt in einer Rezension vom 2.3.2007 u. a.: "Dieses Buch ist mehr als ein Ärgernis. Es ist ein geistiges Armutszeugnis, ein Skandal und eine Schande .... Ein Skandal für den S. Fischer Verlag, der dieses Machwerk im Grunde sofort einziehen und radikal revidieren lassen müßte .... Lang ist die Liste gravierender Mängel, etwa im Bereich der Germanistik. Sie zeugen von profunder Unkenntnis der Fakten, Hintergründe und Zusammenhänge." Vernichtender kann eine Buchkritik nicht sein. Es ist völlig unverständlich, daß die Münsteraner Wissenschaftler sich bei ihrer Arbeit auf ein solches "Machwerk" berufen. Dagegen werden die oben genannten, sehr fundierten Abhandlungen, welche Agnes Miegel in einem positiven Licht sehen, überhaupt nicht berücksichtigt. Diese Vorgehensweise ist ein Skandal und wohl nur durch eine Vorgabe zu erklären, daß am Ende unbedingt die Empfehlung "pro Umbenennung" stehen sollte. Die bisher vorliegenden Ergebnisse der "Kommission Straßennamen", betreffend die Agnes-Miegel-Straße, stützen sich im wesentlichen auf die Aussagen von Thamer und Kenkmann, die als wissenschaftliche Berater der Kommission fungieren. Ihre Aussagen über die bedeutendste ostpreußische Dichterin Agnes Miegel zeigen eine Vielzahl von inhaltlichen Fehlern, die Auslassung wichtiger Fakten, eine mangelhafte Kenntnis des Werkes der Dichterin und insgesamt eine tendenziöse, völlig einseitige Darstellung. Darüber hinaus stützen sich Kenkmann und Thamer u. a. auf Quellen, die in der Fachwelt als unseriös und unwissenschaftlich gelten (siehe oben). Näheres zur "Kommission Straßennamen" in Münster hier:

Nach den zahlreichen gravierenden Fehlern der Herren Kenkmann und Thamer blieb es auch in Münster beim Straßennamen "Agnes-Miegel-Straße". Eine Umbenennung wurde vom zuständigen Bezirksrat abgelehnt.    


Historiker, Literaturwissenschaftler und die wichtigsten Experten für Leben und Werk der Dichterin gegen Umbenennung

Auffällig ist, daß alle Wissenschaftler, welche sich schon seit Jahren mit Leben und Werk der ostpreußischen Dichterin auseinandersetzen,  gegen  eine Umbenennung  von Agnes-Miegel-Straßen  votieren:
 
Der renommierte Historiker Prof. Dr. Paul Leidinger, emeritierter Professor der Universität Münster sagt in einer Stellungnahme zu Agnes Miegel aus dem Jahre 2010 folgendes: "Die NS-Partei umwarb 1933 die erfolgreiche und anerkannte Dichterin, die keine Anhängerin der Ideologie dieser Partei war, sondern einen jüdischen Bekanntenkreis u.a. mit Martin Buber hatte." Weiter heißt es u. a. "Für ihre weitgehend unpolitische Einstellung spricht, dass sie erst 1937 der NS-Frauenschaft und 1940 der NSDAP – wie weit unter politischem Druck? – beitrat, also keineswegs als fast 60-Jährige zu den ideologischen und politischen Scharfmachern des NS-Systems gehörte." Die gesamte Stellungnahme ist hier nachzulesen.

Der Historiker Dr. Michael Gehler, Institutsleiter für Geschichte an der Universität Hildesheim, ist ebenfalls eindeutig gegen eine Umbenennung von Agnes-Miegel-Straßen. In einem umfangreichen Interview der Hildesheimer Zeitung Kehrwieder am Sonntag vom 13.2.2011 sagte er u. a. folgendes: "Miegel hat erzieherisch und schriftstellerisch viel geleistet und Heimat thematisiert, was nach dem Krieg viele Menschen tief berührt hat. Sie erlebte eine Diktatur und konnte sich das Regime nicht aussuchen. Zu betrachten ist das gesamte Leben dieser Frau. Wenn man sich nur Einzelteile aus der Biographie herauspickt, ist das einseitig. Das Gesamtbild wird so entstellt. Dann müssten wir auch den Namen des späteren Hitler-Attentäters von Stauffenberg streichen, weil er bis 1938 Anhänger Hitlers und Befürworter des Nationalsozialismus war." Den vollständigen Zeitungsartikel finden Sie hier:


Der Schriftsteller und Literaturdozent Dr. Bodo Heimann lehrte an der Christian-Albrechts-Universität Kiel Neuere Deutsche Literatur, war als Professor der University of Alberta in Edmonton (Kanada) tätig, ist Vorsitzender der Goethe-Gesellschaft Kiel und erhielt verschiedene Literaturpreise. Auch Heimann hat sich intensiv mit Leben und Werk Agnes Miegels beschäftigt und steht den Vorwürfen gegen die bedeutendste ostpreußische Dichterin mit großer Skepsis gegenüber. Die Veröffentlichung seiner wissenschaftlichen Abhandlung ist im Rahmen der Aufsatzsammlung "Agnes Miegel - Ihr Leben, Denken und Dichten von der Kaiserzeit bis zur NS-Zeit" (siehe unten) nachzulesen.


Auch der bekannte Literaturwissenschaftler und Historiker sowie Vorsitzende der literarischen Wilhelm-Raabe-Gesellschaft in Braunschweig Dr. Gerd Biegel stellt in seiner gutachterlichen Dokumentation "Straßenbenennung nach Agnes Miegel in Braunschweig" aus dem Jahre 2011 zahlreiche Argumente vor, die gegen eine Umbenennung sprechen. Viele Argumente gegen die Dichterin werden hingegen als nicht haltbar bloßgestellt.


Die Literaturwissenschaftlerin und Miegel-Biographin Dr. phil. Marianne Kopp aus Stadtbergen gilt als die vielleicht bedeutendste Autorität in Sachen Agnes Miegel. Seit über 30 Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit Leben und Werk der Dichterin und hat zahlreiche wissenschaftliche Texte über die Dichterin verfaßt. Sie ist auch Vorsitzende der literarischen Agnes-Miegel-Gesellschaft in Bad Nenndorf. Auf den Internet-Seiten der Agnes-Miegel-Gesellschaft
(www.agnes-miegel-gesellschaft.de) erhält man wissenschaftlich fundierte Informationen über die Dichterin. In einem Gutachten der Agnes-Miegel-Gesellschaft aus dem Jahre 2011, welches unter ihrer Mitwirkung entstand, wird eindeutig belegt, daß eine Umbenennung von Agnes-Miegel-Straßen wissenschaftlich nicht gerechtfertigt ist. Lesen Sie das Gutachten hier:

Der polnische Literaturwissenschaftler Tadeusz Namowicz betonte bereits 1994 (Agnes Miegel als Dichterin des Grenzlandes, in: Izabella Golec und Tadeusz Namowicz, Hg.: Literatur im Kulturgrenzraum, Band 2, Lublin 1994, S. 57-69) in einer kritischen Aufarbeitung: „Man wird dem Werk von Agnes Miegel nicht gerecht, wenn man es primär den Autoren ‚unter dem Hakenkreuz’ zurechnet. Das Ergebnis der vorliegenden Analyse zeigt deutlich, dass Agnes Miegel nur selten und punktuell sich ´zum Hakenkreuz` bekannte. Die bei ihr vorherrschende Auffassung von der Heimat war in der Regel den nationalsozialistischen Ideologemen konträr."

Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Bärbel Beutner aus Unna beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Agnes Miegel und hat mehrere Arbeiten über die Dichterin veröffentlicht. Auch für sie ist die Umbenennung von Agnes-Miegel-Straßen nicht nachvollziehbar.


Auch der Literaturwissenschaftler Dr. Ulrich Gehre versucht in seinem Buch Agnes Miegel - Verehrt - geliebt - verfemt, erschienen 2011, ein objektives Bild von Agnes Miegel zu entwerfen. Die Darstellung will in der gegenwärtigen, oft emotional geführten Debatte um die Dichterin gesicherte Fakten anbieten und zur Versachlichung der Thematik beitragen.  


Einen hervorragenden Radiobeitrag zum Thema Agnes Miegel hat der ehemalige Verwaltungsleiter der Universität Münster Herbert Kober erarbeitet. Er wurde am 4.12.2011 vom Radiosender "Antenne Münster" im Rahmen des Ost-West-Bürgerfunks gesendet. Auch Kober hält eine Umbenennung von Agnes-Miegel-Straßen für völlig abwegig.

Auch die Vertreter der Kirchen wenden sich zunehmend gegen das Verächtlichmachen von Menschen durch ungerechtfertigte Straßenumbenennungen. Hermann Honermann, langjähriger Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde St. Pankratius in Ahlen/Nordrhein-Westfalen, hat eindeutig Position gegen eine Umbenennung der dortigen Agnes-Miegel-Straße bezogen. In einem Artikel des Internet-Portals "Glocke-online" vom 8.3.2013 spricht er sich gegen eine "Diffamierung" der Dichterin durch Streichung des Straßennamens aus. „Ich verlange ein gerechtes Urteil über die Menschen von damals“, fordert Hermann Honermann. Jeder Straffällige habe ein Recht auf Verteidigung, fährt er fort. Hingegen würde (nicht nur) Agnes Miegel, die sich unter anderem für die Versöhnung eingesetzt habe, posthum genau dieses Recht verweigert. Heute befänden Menschen, die den Nationalsozialismus nicht erlebt hätten, über Menschen, die sich mit der Situation seinerzeit hätten arrangieren müssen, so Honermann. Hier der vollständige Artikel (bitte anklicken).
 

Münster: LWL-eigener Verlag und Literaturkommission im Zwielicht - entlastendes Agnes-Miegel-Buch darf im Ardey-Verlag nicht erscheinen. Zeitungen berichten über merkwürdige Vorgänge im Zusammenhang mit der gescheiterten Buchveröffentlichung.

Die Agnes-Miegel-Gesellschaft hatte im Jahre 2010 eine Wissenschaftliche Tagung zum Thema "Agnes Miegel - Ihr Leben, Denken und Dichten von der Kaiserzeit bis zur NS-Zeit" durchgeführt. Renommierte Wissenschaftler präsentierten hochrangige Referate, und so entschloß sich die literarische Gesellschaft, einige Referate in Buchform zu veröffentlichen. Man entschied sich für den Ardey-Verlag in Münster. Ende April 2011 wurde das fertige Manuskript dem Verlag übergeben. Dieser akzeptierte das Werk, so dass man am 11. Mai 2011 einen Verlagsvertrag schloß. Die ausschließlichen Rechte zur Vervielfältigung und Verbreitung des Buches bekam der Verlag übertragen. Dieser mußte sich im Gegenzug verpflichten, das Werk zu vervielfältigen und zu vertreiben. Vereinbart wurde weiterhin, daß das Buch bei einer Pressekonferenz am 7. Juli 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollte. 
Am 6. Juli 2011 wurde der Herausgeberin Frau Dr. Marianne Kopp plötzlich mitgeteilt, der Verlag habe die Pressekonferenz abgesagt und werde das Buch nicht vertreiben - mit fadenscheiniger Begründung, die sich auf eine einzige Textstelle auf einer von 142 Seiten bezog. Inzwischen waren schon Hunderte von Exemplaren des Buches an die Mitglieder der Agnes-Miegel-Gesellschaft sowie an die wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland ausgeliefert worden. In den vergangenen Wochen gab es bei der Agnes-Miegel-Gesellschaft eine Vielzahl von Anfragen nach dem Buch, welche - da die Vorräte schon seit geraumer Zeit aufgebraucht sind - nicht mehr befriedigt werden können. 
Um zu verstehen, wie es zu dem völligen Sinneswandel des Verlages bezüglich des Werkes gekommen sein könnte, sollte man zunächst wissen, daß der Verlag eine verbandseigene Tochterfirma des LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) ist. Die Landschaftsverbände wiederum unterstehen dem nordrhein-westfälischen Innenministerium. Die Literaturkommission des LWL (wie der Ardey-Verlag ansässig in Münster) veranstaltete nur 6 Tage nach der einseitigen Aufkündigung der Vertragsverpflichtungen durch den Verlag, also am 12. Juli 2011, in Münster eine Tagung unter dem Titel "Fragwürdige Ehrungen". In einem Referat beschäftigte sich der Mitarbeiter der Literaturkommission Dr. Steffen Stadthaus u. a. mit Agnes Miegel, die er in einem sehr negativen Licht darstellte. Das Referat ähnelte, nach Angaben von Teilnehmern, Aussagen in dem unwissenschaftlichen Laienlexikon "Wikipedia". Das Buch, welches nicht erscheinen durfte, hätte Stadthaus' Thesen von der "NS-Dichterin" Agnes Miegel hingegen nachhaltig widerlegt und seine Argumentation völlig zum Einsturz gebracht. In jedem Falle behindert das Verhalten des LWL und seines Verlages bezüglich des neuen Miegel-Buches erheblich eine freie und demokratische Meinungsbildung zu Leben und Werk der Dichterin. 
Mehrere Zeitungen, darunter die renommierte "Preußische Allgemeine", veröffentlichten Artikel über die merkwürdigen Vorgänge im Zusammenhang mit dem Miegel-Buch.

Die Herausgeberin Dr. Marianne Kopp verklagte den Verlag wegen Vertragsbruches und Verleumdung - mit Er
folg! Gemäß einem Vergleich vor dem Landgericht Münster verpflichtet sich der Verlag, die zurückgehaltene Restauflage unverzüglich freizugeben und alle Rechte an der Vermarktung des Buches an die Herausgeberin zurückzugeben. Der Verlag hat zudem den Großteil der Kosten der Rechtsauseinandersetzung zu tragen. Jetzt ist das Buch wieder erhältlich - und zwar direkt über die literarische Agnes-Miegel-Gesellschaft, Agnes-Miegel-Platz 3, 31542 Bad Nenndorf, T.: 05723-917317.


"Agnes Miegel - Ihr Leben, Denken und Dichten von der Kaiserzeit bis zur NS-Zeit" (Herausgeberin: Dr. Marianne Kopp) ist das bisher fundierteste und umfangreichste Werk zu dieser Thematik. Prof. Dr. Paul Leidinger schreibt in seinem Geleitwort zu diesem Band: "Die Agnes Miegel vielfach vorgehaltene Nähe zum NS-Staat und ihrem Führer wird in den vorgelegten Aufsätzen auf eine ganz unaufgeregte, subtile und substantielle Weise vorgestellt, im zeitlichen Zusammenhang erklärt und prinzipiell widerlegt." 

Die Herausgeberin gibt auf der Internet-Seite der Agnes-Miegel-Gesellschaft einige Erläuterungen zu dem Werk:

Agnes Miegel, die bedeutendste deutsche Balladendichterin des 20. Jahrhunderts, fand während ihrer gesamten Schaffenszeit hohe Anerkennung und wurde in allen geschichtlichen Epochen ihres 85-jährigen Lebens von der Kaiserzeit bis zur Nachkriegszeit mit namhaften Literaturpreisen ausgezeichnet.
In heutiger Zeit aber dominieren in der Öffentlichkeit politische Debatten um ihren Namen als Schulpatronin und auf Straßenschildern. Meistens werden dabei wenige Gedichtzeilen und ein oder zwei biografische Daten ganz aus ihrem Zusammenhang gerissen und als Anklagepunkte angeführt.
Der Frage nach Agnes Miegels Verhältnis zur NS-Zeit ging ein Seminar der Agnes-Miegel-Gesellschaft im letzten Herbst nach. Wissenschaftlich sachliche und ergebnisoffene Aufarbeitung und Klärung war das Anliegen der beteiligten Literaturwissenschaftler und Historiker. Fünf der Vortragsmanuskripte liegen nun in erweiterter Form gedruckt vor.
Dr. Bodo Heimann analysierte Agnes Miegels Gedichte, die einen Bezug zur NS-Zeit haben, Dr. Ursula Seibt recherchierte die Hintergründe zur „Silbernen Wartburgrose“, mit der Agnes Miegel 1933 ausgezeichnet wurde, Dirk Herrmann untersuchte Agnes Miegels Gedichte mit jüdischer Thematik, und ich stellte biografische Details aus ihren privaten Freundesbriefen und kulturhistorischen Erinnerungen zusammen.
Einhellig fordern diese Wissenschaftler, Agnes Miegels Leben, Denken und Dichten im konkreten Kontext ihrer Zeit und Situation zu betrachten. Man sollte nicht aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts pauschalieren und verurteilen, ohne sich mit den historischen Verhältnissen und Agnes Miegels Persönlichkeit und Lebenssituation eingehender zu befassen.
Durch diese neuen Forschungsergebnisse entsteht ein differenzierteres Miegelbild – die Vorwürfe entbehren der Substanz.
Agnes Miegels Briefe geben Aufschluss über ihre häufigen und schweren Krankheiten und ihre engen, zeitweise desolaten finanziellen Verhältnisse. Ihr Alltag in ihrer Heimatstadt Königsberg ist schwierig – einerseits liebt sie ihre Heimat mit „körperlichen Nabelschnurgefühlen“, andererseits würde sie lieber woanders leben.
Gegenüber Ruhm blieb Agnes Miegel gleichgültig. Sie war nicht eitel und verabscheute Beweihräucherung. Ihre vielen Lesereisen kreuz und quer durch Deutschland unternahm sie einzig aus wirtschaftlicher Notwendigkeit. Erfreulich war dabei nur das Wiedersehen mit alten Freunden auf ihren Reiserouten, zumal sie für private Reisen kaum Geld hatte.
Ihre nächsten Freunde wohnen inzwischen im „Reich“, d.h. Hunderte von Kilometern von Ostpreußen entfernt. Seit dem Versailler Vertrag und der Einrichtung des „polnischen Korridors“ war das deutsche Kernland nur noch auf dem Seeweg oder in verplombten Zügen mit geschlossenen und verhängten Abteilfenstern zu erreichen – eine besonders belastende Situation für die ostpreußische Bevölkerung.
Agnes Miegel war beunruhigt über die Insellage Ostpreußens. Hitlers „Friedensrede“ von 1933 beeindruckte sie nachhaltig, denn er behauptete, in Frieden und Freundschaft mit den Nachbarvölkern leben zu wollen. Allein die Beseitigung des „Korridors“ 1939 bewog Agnes Miegel, 1940 der Partei beizutreten – nicht ideologische Gründe.
Nirgends in Agnes Miegels offiziellen und privaten Äußerungen ist eine Anbiederung an die NS-Ideologie zu erkennen, nichts deutet auf eine Bejahung oder Unterstützung ihrer Eroberungspolitik oder Rassenwahn hin. Von Kindheit an vertraut mit jüdischen Lebenswelten, pflegte sie einen großen jüdischen Bekannten- und Freundeskreis. Ihre Dichtung berührt und schildert nicht nur Ostpreußen, sondern zahllose verschiedene Kulturen, darunter auch Persönlichkeiten aus dem Alten Testament.
1933 wurde die Dichterin Agnes Miegel mit der Silbernen Wartburgrose ausgezeichnet. Dieser Literaturpreis stand in keinem Zusammenhang mit der NS-Literaturpolitik. Börries von Münchhausen gründete den Wartburg-Dichterkreis mit der romantischen Vorstellung, ein geistiges Olympia auf der Wartburg zu verwirklichen. Mit der Silbernen Wartburgrose, die an die heilige Elisabeth und zugleich an Luther erinnerte, sollten die besten deutschen nationalkonservativen Dichter zu Rosenrittern erhoben werden.

Als die preußische „Sektion für Dichtkunst“ 1933 von den Nationalsozialisten gründlich neu geordnet bzw. „gesäubert“ worden war, wurden eilig neue Mitglieder gebraucht – und diese wurden sämtlich aus dem bisher privaten und unabhängigen Dichterkreis der Wartburg berufen.
Wo Agnes Miegel sich in einigen Gedichten positiv zu Hitler und seiner Politik äußert, geht aus den hymnischen Texten klar hervor, wie gutgläubig sie war. Das gilt auch für das bestellte Gedicht „An den Führer“. Die Ereignisse sieht sie nicht allein unter politischen Vorzeichen, sondern religiös als Handeln Gottes in der Geschichte. Das hängt mit ihrer calvinistischen Glaubensvorstellung zusammen. Folgerichtig vertritt Agnes Miegel später die Auffassung, dass sie die tragische Katastrophe mit ihrem Gott abmachen müsse, der anscheinend sie und ihr Volk in die Irre und dann in den Abgrund führte.
Das Entnazifizierungsverfahren entschied: „Frau Dr. h.c. Miegel ist entlastet. (Kategorie V)“ und erläutert, sie kann „nicht als Unterstützerin der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft angesehen werden, da sowohl Motive wie Handlungen niemals NS-Geist verraten haben. Das wird von allen Zeugen bestätigt und ist zudem allgemein bekannt.“ In der Tat, auch bei intensivem Hinsehen sind in Agnes Miegels Werk nirgends NS-Geist und Unterstützung von Gewaltherrschaft zu finden, nur Vaterlandsliebe, Gutgläubigkeit und Gottvertrauen. Mit ihrem Bekenntnis, „nichts als den Hass zu hassen“, wie Agnes Miegel es nach dem Krieg formuliert, distanzierte sie sich zeitlebens von jeglicher Parteipolitik und propagiert einzig die Maximen der Menschlichkeit.

Umbenennung von Agnes-Miegel-Straßen seit Februar 2011 fast überall gescheitert

Hinzuweisen ist darauf, dass seit Februar 2011 fast alle Versuche, Agnes-Miegel-Straßen umzubenennen, gescheitert sind. Beispiele sind Münster, Stuhr-Brinkum, Wuppertal-Oberbarmen, Bottrop, Velbert, Mainz-Finthen, Sankt Augustin, Bergkamen-Oberaden, Gronau, Goslar-Hahndorf, Bergisch Gladbach-Refrath, Hildesheim-Ochtersum, Bohmte, Söhlde, Herzberg, Bad Essen und Ostercappeln, wo sich die Stadt- und Gemeinderäte gegen die Umbenennung entschieden haben.

In Braunschweig und Edewecht-Friedrichsfehn sprachen sich die Anwohner einstimmig oder mit sehr deutlicher Mehrheit gegen eine Umbenennung aus. 


Eine Meinungsumfrage der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung (Dezember 2010, Januar 2011) erbrachte eine überwältigende Mehrheit gegen die von linken Gruppen geforderte Straßenumbenennung in der niedersächsischen Großstadt. Die Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 7.1.2011 ausführlich über das Thema.


Die große Mehrheit der Bevölkerung der Stadt Warendorf ist gegen eine Umbenennung des Agnes-Miegel-Weges. Das ergab eine Internet-Umfrage der Westfälischen Nachrichten. Danach votierten über 65 % der Bürger für die Beibehaltung des Straßennamens.

Der wachsende Widerstand der Bürger gegen solche ideologisch motivierten Umbenennungsversuche ist auch an den Internet-Kommentaren zu Presseartikeln deutlich abzulesen.


Bundesweite Kampagne gegen die bedeutende ostpreußische Dichterin

Mit großem Raffinement erwecken linke und linksradikale Gruppen im Internet den Eindruck, Agnes-Miegel-Straßen seien in vielen Orten bereits umbenannt. In den meisten Fällen stellt sich bei näherer Betrachtung der Internet-Seiten heraus, daß Antifa-Gruppen dort lediglich "symbolische" Umbenennungen durch Überkleben der Straßenschilder mit anderen Straßennamen durchführten. Mit wenigen Ausnahmen folgten die betroffenen Städte und Gemeinden nicht der Propaganda dieser Gruppen, der Straßenname blieb bestehen.
Wie Antifa, Autonome und linke Gruppen vielerorts gegen die bedeutende ostpreußische Dichterin Agnes Miegel agitieren, lesen Sie hier:

Anwohner - nicht nur Gewerbetreibende bzw. Betriebe - können gegen Straßenumbenennung klagen. Der bürokratische Aufwand bei einer Umbenennung entspricht dem eines Umzuges.
 
Die Umbenennung einer Straße kann insbesondere für gewerbliche Anlieger äußerst nachteilige Folgen haben. So müssen beispielsweise Kunden benachrichtigt und Prospekte neu gedruckt werden. Außerdem ist mit fehlgeleiteten Postlieferungen zu rechnen. Bei Entscheidung über die Umbenennung einer Straße sind daher neben dem öffentlichen Interesse auch die Belange der betroffenen Anlieger zu berücksichtigen. Diesen muss somit auch ein eigenes Klagerecht gegen die Entscheidung der Kommune zustehen (Beschluss des OVG Nordrhein-Westfalen vom 29.10.2007 15 B 1517/07 WoM 2008, 37).
Auch für private Anlieger bedeutet eine Straßenumbenennung umfangreichen bürokratischen Aufwand und erhebliche Kosten. So müssen u. a. sämtliche Versicherungspapiere, Kreditkartenangaben, sowie der gesamte amtliche Schriftverkehr angepaßt werden. Die erforderlichen Formalitäten entsprechen denen eines Umzuges.

*Einen weitgehend nachvollziehbaren Artikel über Agnes Miegel bietet zur Zeit das Internet-Lexikon "Pluspedia": 


Selbst scheinbar unumstrittene Vorbilder unserer Geschichte, wie Claus Schenk Graf von Stauffenberg, werden von Wikipedia in Zweifel gezogen
 
Die verunglimpfende Darstellung Agnes Miegels ist bei Wikipedia übrigens kein Einzelfall. Selbst die scheinbar unumstrittenen Vorbilder unserer Geschichte werden ins Zwielicht gerückt:
Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der vielleicht bedeutendste Kopf des Widerstandes gegen Hitler, wird in der Wikipedia mit folgender Aussage aus der Zeit noch vor der Machtergreifung der Nazis zitiert: Der Gedanke des Führertums… verbunden mit dem einer Volksgemeinschaft, der Grundsatz‚ Gemeinnutz geht vor Eigennutz und der Kampf gegen die Korruption, der Kampf gegen den Geist der Großstädte, der Rassegedanke und der Wille zu einer neuen deutschbestimmten Rechtsordnung erscheinen uns gesund und zukunftsträchtig. Ein weiteres von der Wikipedia angeführtes Zitat entstammt einem Brief Stauffenbergs an seine Frau während des Polenfeldzugs der Wehrmacht, an dem er teilnahm: Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun. In Deutschland sind sie sicher gut zu gebrauchen, arbeitsam, willig und genügsam. Insgesamt wird Stauffenberg wie folgt charakterisiert: ... sympathisierte zunächst mit den nationalistischen und revisionistischen Aspekten des Nationalsozialismus, bevor er wegen des verbrecherischen Charakters des nationalsozialistischen Regimes und der Hoffnungslosigkeit der strategischen Lage zum aktiven Widerstand fand.
Die Zusammenstellung und Auswahl der Zitate in Wikipedia erweckt den Eindruck, als sei Stauffenberg kaum als Vorbild für spätere Generationen geeignet. Kaum ein Wort finden wir in der Wikipedia darüber, daß Stauffenberg sein Leben und das seiner Familie riskierte, um dem Nationalsozialistischen Terrorstaat ein Ende zu bereiten, daß er zu der Symbolfigur des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus wurde - nicht nur innerhalb der Wehrmacht. Stattdessen wird eher der Eindruck vermittelt, wir müßten uns auch über die Umbenennung der Stauffenberg-Straßen Gedanken machen ..... 



Einzelnachweise:

1. Agnes Miegel - Dichterin Ostpreußens (http://www.nonpop.de/nonpop/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=1091&high=hannover)
2. Stellungnahme Prof. Paul Leidingers vom 1.7.2010 zu Berichten in den Westfälischen Nachrichten über Agnes Miegel: Agnes Miegel und Warendorf (http://agnesmiegel.wordpress.com/2010/07/01/agnes-miegel-und-warendorf/)
3. Biographie auf der Seite der Agnes-Miegel-Gesellschaft (http://www.agnes-miegel-gesellschaft.de/biographie/index.html)
4. Agnes-Miegel-Gesellschaft - Wir über uns (http://www.agnes-miegel-gesellschaft.de/gesellschaft/index.html)
5. Biographie auf der Seite der Agnes-Miegel-Gesellschaft (http://www.agnes-miegel-gesellschaft.de/biographie/index.html)
6. Agnes Miegel: Brief an Lulu von Strauß und Torney vom 22.8.1923, veröffentlicht in "Agnes Miegel - Gedichte und Prosa", Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf-Köln, 1977  
7. Stellungnahme Prof. Paul Leidingers vom 1.7.2010 zu Berichten in den Westfälischen Nachrichten über Agnes Miegel: Agnes Miegel und Warendorf (http://agnesmiegel.wordpress.com/2010/07/01/agnes-miegel-und-warendorf/)
8. Auskunft von Frau Dr. Marianne Kopp, 1. Vorsitzende der Agnes-Miegel-Gesellschaft Bad Nenndorf und Miegel-Biographin 
9. Richard Wagner: Die Miegel und ihr Michel in Die Achse des Guten, (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_miegel_und_ihr_michel/)
10. Biographie auf der Seite der Agnes-Miegel-Gesellschaft (http://www.agnes-miegel-gesellschaft.de/biographie/index.html)
11. Agnes-Miegel-Gesellschaft - Wir über uns (http://www.agnes-miegel-gesellschaft.de/gesellschaft/index.html)
12. Agnes Miegel: Brief aus dem Flüchtlingslager Oksböl/Dänemark an Anni Piorreck vom 31.8.1946, veröffentlicht in "Agnes Miegel - Gedichte und Prosa", Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf-Köln, 1977 
13. Agnes Miegel: Brief aus dem Flüchtlingslager Oksböl/Dänemark an Ina Seidel vom 8.8.1946, veröffentlicht in "Agnes Miegel - Gedichte und Prosa", Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf-Köln, 1977 
14. Dr. phil. Marianne Kopp: Agnes Miegels „Exklusivartikel“ in der Zeitschrift „Nation Europa“ – ein Windei, eifrig kolportiert, veröffentlicht am 1.12.2010 auf Aktuelle Seiten der literarischen Agnes-Miegel-Gesellschaft e.V.  (http://agnesmiegel.wordpress.com/2010/12/01/)
15. Marcel Reich-Ranicki: Der Kanon. Die deutsche Literatur. Gedichte, Insel-Verlag, 2005
16. Richard Wagner: Die Miegel und ihr Michel in Die Achse des Guten (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_miegel_und_ihr_michel/)
17. Stellungnahme Prof. Paul Leidingers vom 1.7.2010 zu Berichten in den Westfälischen Nachrichten über Agnes Miegel: Agnes Miegel und Warendorf (http://agnesmiegel.wordpress.com/2010/07/01/agnes-miegel-und-warendorf/)

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Einzelnachweise, Quellenverzeichnis 



Vollständige Agnes-Miegel-Dokumentation



Ausarbeitung: Detlef Suhr, Agnes-Miegel-Str. 42, 26188 Edewecht